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Biofeedback - Effektive Therapie ohne Nebenwirkung

Grundlagen des Biofeedback von Akos Tatar (Arzt, Berlin)

Was ist Biofeedback?

Bei Biofeedback werden Körperfunktionen, die normalerweise unbewusst ablaufen, wie Muskelspannung, Herzfrequenz, Augenbewegungen und Durchblutung mit geeigneten Geräten gemessen und rückgemeldet. Durch die audio-visuelle Rückmeldung (= feedback) werden physiologische Funktionen der Wahrnehmung zugänglich gemacht und unter willentliche Kontrolle gebracht.

Im Verlauf einer Behandlung gelingt es immer besser, die durch Biofeedback erworbenen Fertigkeiten auch ohne Gerät anzuwenden. Es ist somit ein Lernen von Körperwahrnehmung, Selbstkontrolle und Selbstheilung.

Erste Ansätze wurden in den 30er Jahren dieses Jahrhunderts gemacht, doch erst die technische Entwicklung in den letzten Jahren machte eine Weiterentwicklung möglich. Es können über mehrere Module folgende Parameter abgeleitet werden: Hautleitfähigkeit, EOG (Augenbewegungen), EMG (Elektromyographie), EEG, Hauttemperatur, Pulsfrequenz, Pulsamplitude sowie Atemexkursionen über Thorax und Abdomen.

Wo wird Biofeedback eingesetzt?

Biofeedback ist eine wissenschaftlich anerkannte Methode am Schnittpunkt von Medizin und Psychologie. Therapeutisch wurde B. in fast allen Disziplinen der Medizin, bis hin zur Dermatologie eingesetzt.

Neurologischer Hintergrund

Wir unterscheiden drei Arten von Biofeedback:

  1. Passives Biofeedback wie z.B. das respiratorische Biofeedback nach Prof. Leuner
  2. Aktives Biofeedback wie z.B. EMG, EEG, Puls, Temperatur Biofeedback
  3. Aktives und passives Biofeedback z.B. EOG-Biofeedback nach Stielau
Passives Biofeedback

Passives Biofeedback

Das passive Biofeedback übt seine Wirkung durch die afferenten Bahnen der N. opticus und/oder N.accusticus aus, die weiterhin durch die tectoreticularen Bahnen auf die Formatio reticularis einwirkt, welches in dem basalen Teil die Regulationszentren der Atmung, Herzfrequenz und Gefäße beinhaltet.

Passives Biofeedback funktioniert auch bei Tieren. Gruber und Taub arbeiteten mit Affen, um ihre Muskelspannung zu kontrollieren. [i]

Aktives Biofeedback

Beim aktivem B. werden kognitive Leistungen hinzugezogen. Die technisch gemessenen Signale der vegetativen Funktionen (Biofeedback Gerät) gelangen zunächst in das Frontalhirn. Von hier aus wird ein Einfluss auf den Hypothalamus ausgeübt, der das vegetative Nervensystem kontrolliert. Nucl. supraopticus, paraventricularis beeinflussen den parasympa­tischen, die Nucl. dorsomedialis, ventromedialis und posterior das sympatische Nervensystem. [ii] ventromedialis und posterior den sympatischen Nervensystem. [iii]

Aktives Biofeedback

Bedeutung der Augenbewegungen

Die komplette Physiologie der Augenbewegungsregulation bei Menschen ist bis heute nicht vollständig aufgeklärt. In dem komplexen occulomotorischen Prozess nimmt das Stammhirn, Cerebellum, Thalamus, Striatum, parietal und frontal Cortex teil.

Augenbewegungen verändern sich bei emotionalen Regungen, spiegeln viele kognitive Prozesse wieder wie Rechnen, Visualisieren etc., wie Untersuchungen von Previc, Murphy [iv] und Martin [v] zeigen.

EMDR (eye movement desensitivitation reprocessing), eine Therapieform, die auf die Zusammenhänge zwischen Augenbe­we­gun­gen und posttraumatischen Angstsymptomen basiert, erlangte Bedeutung bei der Behandlung von Vietnam-Veteranen [vi] und Kriegsopfern.


[i] Gruber BL; Taub E ; Thermal and EMG biofeedback learning in nonhuman primates. Appl Psychophysiol Biofeedback, 23(1):1-12 1998 Mar

[ii] Neurophysiology

[iii] Neurophysiology

[iv] Previc FH; Murphy SJ ; Vertical eye movements during mental tasks: a re-examination and hypothesis. Percept Mot Skills, 84(3 Pt 1):835-47 1997 Jun

[v] Martin RB ; The effect of voluntary eye movements on associations and mood. J Clin Psychol, 54(4):545-53 1998 Jun

[vi] Andrade J; Kavanagh D; Baddeley A; Eye-movements and visual imagery: a working memory approach to the treatment of post-traumatic stress disorder. Br J Clin Psychol, 36 ( Pt 2)():209-23 1997 May

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