Anwendung bei Krankheiten – Multiple Sklerose (MS)
Verschiedene Formen von Entspannungsübungen haben seit langem Eingang in die Behandlungspläne bei Multipler Sklerose gefunden.
Die mehrdimensionale Wirkung des Respiratorischen Feedback auf die Atmung, die Sinnesorgane, psychovegetative und vermutlich auch neuroimmunologische Bereiche hebt diese Methode der Tiefenentspannung in seiner Effektivität über alle anderen hinaus.
Das Respiratorische Feedback als sinnvolle und vielversprechende Ergänzung des Therapiekonzepts wurde beispielsweise Anfang 1996 in der Sauerlandklinik Hachen eingeführt. Die RFB-Behandlung wird hier fest in das übliche Therapieprogramm integriert und erfolgt in der Regel am Ende des täglichen Therapieprogramms.
Klinische Folgen, die auf die RFB-Behandlung zurückzuführen sind:
- Im neurologischen Bereich Besserung von Schwindel, Tremor, Nystagmus, Sprache, Visus und von Schluckstörungen. In einigen Fällen konnten infolge deutlicher Besserung von Kopfschmerzen und spastikbedingter Schmerzen in den Extremitäten Schmerzmittel reduziert oder ganz abgesetzt werden.
- Im vegetativen Bereich eine nachhaltige Verbesserung des Schlafes mit Einsparung von Schlafmitteln sowie eine psychovegetative Entspannung mit Einfluss auf das Essverhalten und die Darm- und Blasenfunktion.
- Im psychischen Bereich Ausgeglichenheit, Stimmungsstabilität, Verbesserung der Belastbarkeit und der Kontaktfähigkeit.
Erlebnisberichte
"Bei einer der Sitzungen bin ich mit privaten Problemen hineingegangen und konnte die erste Zeit nicht abschalten,
erst in den letzten Minuten. In diesen letzten Minuten durchliefen mich mehrere Stromschläge, eher ein leichter Stromfluss, der im Nacken
anfing und bis in die Zehen- und Fingerspritzen lief. Es war ein gleichmässiger Fluss über den Körper bis in die Zehen.
Danach musste ich mich erst ausruhen. Ca. eine Stunde später waren meinen Arme und Beine leichter, die Schmerzen waren weg. Ich konnte gut gehen!
Dieses hat sich bis zum nächsten Tag so gehalten. [...] Man ist der MS gegenüber gelassener."
"Ich war im ganzen ruhiger und gelassener, fühlte mich wohler und habe ein sehr positives Gefühl. Je öfter ich an den Sitzungen teilgenommen habe, desto besser und schneller konnte ich abschalten.
Während ich am Anfang zehn Minuten brauchte, ging es mittlerweile mit dem Aufsetzen der Brille los. Beim Abschalten dachte ich an gar nichts, bin frei von allen
Gedanken und gelange mit meinem Körper in ein Nichts. [...] Ich bin dabei in einem Schwebezustand, den ich als äusserst angenehm empfinde. Nach der Sitzung brauche ich noch eine
halbe bis eine Stunde, um wieder hier zu sein. Ich bin während der Behandlung in einem Schlafzustand, obwhol ich gar nicht schlafe. Erst durch Abnehmen der
Brille komme ich wieder in die Wirklichkeit zurück. Ich bin die ganze Zeit abgeschaltet und geniesse die Ruhe, die Freihiet, die man sonst als
Patient nicht hat. [...] Ich kann sagen, dass das Atem-Feedback meinem Körper sehr gut tut und ich viel entspannter, ruhiger und gelassener bin.
Das Gehen fällt mir leichter und ich fühle mich auch von der Psyche her besser als zuvor."
Quelle: Gerhard S. Barolin (Hg.); Das Respiratorische Feedback nach Leuner; Verlag für Wissenschaft und Bildung; Berlin 2001;
Biofeedback
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