MOZ am 17. Dezember 2000

 

Mit der Sensorbrille gegen den Kopfschmerz           

Von Heinz Werner

Kleines Forschungsunternehmen in MOL entwickelt und produziert neuartiges Therapie-Gerät

Altrosenthal. Wir bekämpfen Geschäftsführer Günter Stielau und sein kleines Forschungsteam Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit und Stress? Nichtvordergründig mit Tabletten, sondern mit einer gerade marktreifen, völlig neuartigen Sensorbrille. Die Innovation der BioMental GmbH aus Altrosenthal bei Seelow (Märkisch Oderland) macht nach Auskunft von Geschäftsführer Stielau bis in die USA und nach China von sich reden.

Der erst 1999 gegründeten Firma für Forschung und Entwicklung sei auf derSchnittstelle zwischen Medizin und Psychologie die Entwicklung eines auch auf der heimischen Couch einfach zu handhabenden so genannten Biofeedback-Gerätes gelungen sein. Stielau meint, dass die Neuerung (http.//www.biomental.de) aus Sicht von Medizinern und Therapeuten auch für die Behandlung von Migräne, Bluthochdruck und schmerzhaften Verspannungen wirkungsvoll eingesetzt werden könne. Der Psychologe und Informatiker Stielau ist Vater der Erfindung – eines Systemes, das aus der Sensorbrille, sowie EEG-Verstärker und Synthesizer und Kopfhörern besteht. Jetzt soll das Higtech-Gerät den Umsatz ankurbeln.

BioMental strebt Umsatz von fünf Millionen Mark an.

Ziel sei eine Jahresproduktion von etwa 3000 Stück. Die Erlöse – bestehend aus Geräteumsätzen sowie Forschungs- und Entwicklungsleistungen – sollen in den nächsten Jahren etwa 5 Millionen betragen. Im Ergebnis langjähriger Beschäftigung mit der inzwischen wissenschaftlich gesicherten Methode des Biofeedbacks (Impulse aus dem Körperinneren für Therapien nutzen) bringt Firmenchef Stielau die Wirkung seiner Methodik mit folgenden Worten auf einen Nenner: Wenn das Innere und das Äußere des Menschen im Gleichklang sind, kommt es unweigerlich zur Entspannung und zu einem Gefühl der Stimmigkeit. Vor diesem Hintergrund entwickelte der Wissenschaftler ein Gerät, das Impulse aus dem Inneren des Körpers hörbar und für verschiedenste Therapien nutzbar macht. Dabei spielen kleinste Augenreflexe, die von Sensoren abgegriffen werden, eine zentrale Rolle. Im Gerät wird der jetzt mit verschiedensten Klangmustern verstärkte Augenrhythmus auf ein akkustisches Abbild des unbewussten Innenlebens – per Kopfhörer in den Körper zurückgeführt. Es entsteht eine Art Körpermusik, die beruhigend und direkt auf das vegetative Nervensystem wirken soll, erklärt Stielau.

Mit dem BioMental-Monitor sollen auch HNO-Fachärzte den weit verbreiteten Tinnitus – an diesen lästigen Ohrgeräuschen sollen in Deutschland etwa rund drei Millionen Menschen leiden – abmildern. Außerdem soll das Gerät für Entspannungen sorgen. Demnächst erwartet der Geschäftsführer von der Berliner Charite weitere Tests- und Erfahrungsberichte.

Ziel sei es, die kassenärztliche Zulassung des Neugeräts zu entwickeln. Stielau arbeitet schon an der Weiterentwicklung. Der Anwender soll in die Lage versetzt werden, mit dem Gerät die Frequenzen des Gehirns abzusenken, sagt er.