Beruhigende Brille
Piepen gegen die Hektik
Mehr von der Firma Biomental
Ein Gerät, eine Brille, die beim Entspannen hilft - es gibt sie tatsächlich schon. Sie wird auch schon eingesetzt, wenn auch manchmal in Bereichen, die nichts mit Entspannung zu tun haben.
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FotoDer Herzschlag wird schneller und die Atmung flacher. Die Haut feuchter und der Schweiß tropft. Der Körper gibt exakt Auskunft über unsere Befindlichkeit. Kriminologen versuchen diese Art von "Feedback" zu nutzen. Sie nennen das Gerät Lügendetektor und messen damit die körperliche Reaktion. Aufgezeichnet wird dabei die elektrische Leitfähigkeit der Haut.
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Zwar zeigen solche Lügendetektoren inwieweit der Delinquent unter Stress steht, ob sie auch die Wahrheit herausfinden, ist allerdings mehr als fraglich. Weitaus sinnvoller ist die Messung von Körperreaktionen in der Medizin. Biofeedback-Geräte ermitteln dabei nicht nur die Leitfähigkeit der Haut, sondern auch die Atemfrequenz. Umso nervöser die Atmung, desto aufgeregter sind die Geräusche über den Kopfhörer. 
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FotoDiese akustische oder optische Rückmeldung kann dem Patienten helfen, sich zu entspannen. Je sensibler dieses Verfahren auf unseren Seelenzustand reagiert, desto besser wird das Feedback gesteuert, und umso größer ist der Therapieerfolg. Berliner Wissenschaftler schauen daher ganz genau hin.
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Die Augen sind ein Spiegel unserer Empfindungen und direkt mit dem Gehirn verbunden. Ein Speicher unserer visuellen und emotionalen Erfahrungen. Schließen wir die Augen, bewegt sie das Gehirn unbewusst weiter. Je mehr Erlebnisse wir im Unterbewusstsein verarbeiten, umso intensiver. Da das Auge zwischen Netzhaut und Pupille elektrisch aufgeladen ist wie eine kleine Batterie, kann man seine Bewegungen auch technisch erfassen.
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FotoElektroden in einer Brille messen die Bewegung des Sehorgans. Die praktische Anwendung des neuen Verfahrens ist denkbar einfach. Ein Rechner setzt die Augenbewegungen in Töne um, die über Kopfhörer wahrgenommen werden. Die Brille gibt somit ein Feedback über den eigenen Entspannungsgrad. Ist das Geräusch laut und nervös, versucht man es unbewusst über Atmung oder Konzentration zu beeinflussen. Und zwar so lange, bis auch das Geräusch ruhig klingt und man selber entspannt. 
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Dr. Hartmut Bernd, HNO-Facharzt: "Mediziner verschiedener Disziplinen haben dieses neue Biofeedback-Verfahren getestet. Bei Patienten, die unter einem starken Ohrenrauschen, dem Tinnitus leiden, konnten HNO-Ärzte eine Verbesserung der Situation beobachten. Die Patienten haben das Gerät zwei mal täglich 20 Minuten benutzt. Und wir haben festgestellt, dass in 80 Prozent nach diesen vier Wochen das Allgemeinbefinden der Patientenbesser war, weil sie besser mit ihrem Tinnitus umgehen konnten, weil sie besser und schneller zur Ruhe kamen durch das Gerät."
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FotoDoch das Gerät befindet sich nicht nur im medizinischen Einsatz. Viele sportliche Wettkämpfe werden im Kopf entschieden. Nur wer die innere Ruhe vor dem Match findet, hat auch eine Chance zu gewinnen. Einige Spitzensportler arbeiten daher mit Psychologen zusammen. Ein wesentlicher Vorteil der neuen Technik gegenüber anderen Feedbackverfahren ist, dass es mobil ist und sogar am Rande eines Tenniscourts eingesetzt werden kann, meint auch der Sportpsychologe Walter Schmidt: 
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"Diese Brille ist eingebettet in ein Gesamtkonzept, ist ein Teil davon. Diese Brille kann gut genutzt werden bei zu hoher Aufregung am Abend vor dem Wettkampf, um sich selbst runterzubringen, innere Ruhe zu finden, gut zu schlafen, gut ausgeschlafen in den Wettkampf zu gehen." Das neue Biofeedbackverfahren ist kein Allheilmittel. Kombiniert man es jedoch mit anderen Entspannungsmethoden oder mit einer Therapie, kann sich der Blick in die Augen durchaus lohnen. 

24.08.2001
nano onlinemp